OKR
10 min

Das narrative Moal Picture im OKR

Veröffentlicht am
1.3.2023

Gerade, aber nicht nur zur Weihnachtszeit lieben wir es besonders in Geschichten abzutauchen.
Nur warum eigentlich?

Geschichten lassen uns in Welten abtauchen, Emotionen und Werte spürbar machen und Dinge erleben, die wir uns gerade vielleicht nur erträumen können.

Dies macht Geschichten zu den kreativsten Elementen, die die Menschheit je hervorgebracht hat. Wer glaubt, Geschichten sind reine Traumschlösser, die wir uns jetzt bauen, um am Ende der Geschichte wieder in der „normalen Welt“ aufzuwachen und dort alles wieder beim Alten vorzufinden, der hat seine Rechnung ohne Frodo, Elsa oder Hermine gemacht.

Denn wie war es eigentlich, bevor es das erste Flugzeug, das erste Auto, das erste Smartphone oder den ersten Roboter gab?
Richtig!
Wir haben uns Geschichten von ebendiesen Dingen erzählt. Geschichten vom Fliegen, vom grenzenlosen Reisen oder auch von künstlichen Wesen, die entweder als Freund oder Feind unser Leben bereicherten. Geschichten sind deswegen so wertvoll, weil sie uns Dinge erträumen lassen, die zwar noch nicht existieren, jedoch womöglich unsere größten Wünsche verdeutlichen und in uns somit Leidenschaft und große Sehnsucht erwecken können. Und genau damit können sie zum größten Antreiber für Innovationen werden!

Geschichten haben das Potenzial Vorboten für eine besser Welt zu sein!

Im Kontext von OKR lesen wir häufig, OKR sei letztlich ein Narrativ oder OKR könne seine volle Wirksamkeit über Narrative entfalten. Um dies genauer zu erläutern, müssen wir zunächst den Begriff „Narrativ“ genauer erklären.

Ein Narrativ ist nach Definition eine sinn- und wertstiftende Erzählung.
Es „erzählt“ somit nicht von rationalen Fakten oder Daten, sondern vermittelt uns ein bestimmtes von Werten und Emotionen geprägtes Bild von einer Welt.

Ein gutes Beispiel eines Narrativs oder einer Narration ist das allseits bekannte „Liberté, Égalité, Fraternité" als Geschichte der französischen Revolution.
Noch weit bevor genau diese sich vollzogen hat sind die Menschen Frankreichs mit diesem Ausspruch auf die Straße gegangen und haben mit nur drei Wörtern das Narrativ einer Welt geschaffen, die für „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ steht. Die Menschen haben somit eine Erzählung geschaffen, die so viel Kraft, Leidenschaft und Emotionen kreiert hat, dass sie die Revolution einer ganzen Nation startete.

Das dürfte dann wohl genug Beweiskraft für die Bedeutung von Narrativen sein.

Die französische Revolution mit „Liberté, Égalité, Fraternité"

Geschichten entfachen das Feuer in uns Menschen!

Das Erzählen von (guten) Geschichten löst die positivsten Emotionen in uns aus und lässt die beabsichtigten Bilder in unseren Köpfen entstehen. Genau hier sind wir am Kern von OKR. Wenn wir uns die Definition von OKR einmal anschauen:

Objectives & Key Results (OKR) ist ein agiles Framework
und kontinuierlicher Prozess für kritisches Denken,
der sicherstellen soll, dass Mitarbeiter:innen besser,
(intrinsisch) motivierter und effektiver zusammenarbeiten,
sich dabei fokussieren und messbare Beiträge leisten,
um die Organisation nach vorne zu bringen – stets in Richtung der Vision.

… so ist das intrinsich motivierte Arbeiten an einer gemeinsamen Vision ein (wenn nicht sogar der) zentrale(r) Aspekt des Frameworks.

Kurz gesagt:

Wir erzählen uns mit OKR die Geschichte einer besseren Welt für unseren Kunden. Die Kurzformel von einer der berühmtesten Geschichten der Menschheit könnte lauten:
„Frodo findet einen Ring, der zerstört werden muss, um die Welt zu retten.
Frodo macht sich mit ein paar Gefährten auf dem Weg zum Feuer des Schicksalsbergs, der einzige Ort wo genau dies geschehen kann.
Frodo wirft den Ring ins Feuer und die Welt ist gerettet!"

(Ich hoffe, wir haben jetzt niemanden „gespoilert“.)

Die Kurzformel von OKR lautet:

Mit der Vision (oder Vision & Purpose Statement) entfachen wir das Feuer (die intrinsische Motivation) für eine Welt, die zwar noch nicht existiert, aber für die es sich lohnt die steinigsten Wege zu gehen (wie Frodo nach Mordor).
Mit dem Moal Picture (Mid-Term-Goal) schaffen wir den Klebstoff zwischen der Vision und dem Hier und Jetzt, in dem wir mit Hilfe eines Zielbildes für die Welt in 12 Monaten beschreiben, wo wir in einem Jahr stehen müssen, um der Vision so nahe wie möglich zu kommen.
Und mit den Objectives und Key Results erzählen wir uns ganz konkrete „Mini Zielbilder“ und überprüfbare Hypothesen, um den Weg unserer Vision voranzuschreiten.

Ein (leider viel zu) oft unterschätzter Teil ist dabei das Moal Picture, der heimliche Star des OKR Frameworks!

Das Moal Picture als Zielbild

Das Moal Picture beschreibt den Zustand, den wir ausgehend von der Vision in einem Jahr erreicht haben wollen.
Wir reisen somit in der Welt der Kundschaft in einem Jahr. Genau genommen stellen wir uns bei der Erstellung des Moal Pictures die Frage:
“Welches Zielbild der Kundenwelt müssen wir in 12 Monaten erreicht haben, um der Vision möglichst nahe zu kommen?"

Das Moal Picture hat dabei folgende Kriterien:

  • Bild / Situation einer zukünftigen Realität:
    Da das Moal Picutre eine Realität beschreibt, sollten nur Aspekte dort beschrieben werden, die in einer möglichen Realität auch zu sehen sind, wie z.B. Kunden, die begeistert unsere Produkte nutzen oder uns Resonanz geben. Nicht sehen kann ich wiederum Konzepte, Ideen, etc.
  • Mindestens ein Akteur:in (nicht das eigene Unternehmen oder Mitarbeiter:innen):
    Im Sinne der Outcome Orientierung ist der Protagonist oder die Protagonistin des Moal nie “man selber”, sondern stets die Kundschaft oder auch die Gesellschaft bzw. ein bestimmter Teil der Gesellschaft.
  • Akteur:in hat eine eigene Transformation erlebt (hin zu einer für ihn / sie besseren Welt).
    Da wir uns im Zielmodus befinden und mit dem Moal ein Jahr in die Zukunft reisen, sollten wir logischerweise eine Realität beschreiben, in der die Kundin bzw. der Kunde irgendeine Art von Problem gelöst oder Wunsch erfüllt hat. Die Welt sollte für ihn oder sie besser sein als sie heute ist (immer in Richtung der Vision).

Zusammenfassend ist ein Moal Picture somit:

  • Immer qualitativ:
    Wir beschreiben eine zukünftige Realität
  • Erzeugt Fokus:
    Zeigt, welcher Schritt zur Vision in einem Jahr schon gegangen ist und schließt auch Aspekte aus (um Fokus zu kreieren)
  • Kreiert Resonanz zu allen Mitarbeitenden:
    Sollte spannend und emotional geschrieben sein.
  • Beginnt nie mit Wir:
    So wird der oder die Protagonist:in in den Mittelpunkt gestellt.
  • Beschreibt immer den Outcome und ist damit serviceorientiert:
    Für die Kundschaft ist die Welt eine bessere. Dank unserer Hilfe (Service) hat der oder die Kund:in ein Problem gelöst, Bedürfnis erfüllt, etc.

Denn genau als der Klebstoff oder das Bindeglied zwischen der Vision und den OKR hält das OKR nicht nur das Narrativ am Leben, sondern wird zum Pulsgeber und Herz des Narrativs!

Übrigens:
Wenn du gerne für dein Unternehmen ein wirkungsvolles Moal Picture erschaffen möchtest und dir Unterstützung wünschst, melde dich einfach bei uns. Unsere Workshops, Trainings und Begleitungen gestalten wir ganz nach deinen individuellen Anforderungen.

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