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Die Eliminierung des Egos als heimliche Superkraft

In der heutigen Zeit dreht viel um das Thema des „eigenen Wertes“. Die Social Media Welt misst für uns, wie viele Likes unsere letzten Postings hatten und wir fragen uns: „Sind es mehr geworden? Wie kriegen wir mehr Likes?“. Profile haben Follower, was dazu führt, dass wir Profile vergleichen und bewerten können. Justin Bieber hat mehr Follower als Cristiano Ronaldo, dann ist er doch auch mehr wert, oder?

Geht es um Werbeeinnahmen, reden wir sogar von Marktwerten von Menschen. In der Business Welt ist dies leider oft nicht anders. Es wird verglichen, wer die höhere Position hat, am schnellsten die Karriereleiter hoch geklettert ist, die meisten Abschlüsse für die Abteilung geholt hat, die meisten Zertifikate gesammelt hat, ...

Kurz zusammengefasst: In einer Zeit, in der der Wert von Menschen zu einem großen Teil an Followerzahlen, Likes, Zertifikate, Job-Titel etc. festgemacht wird, ist die Selbstlosigkeit einer der größten Herausforderungen auf dem Weg in die Agilität. Dieser Blogartikel soll zeigen, dass sie zugleich aber auch der wohl wichtigste Schritt ist.

Agilität fordert Selbstlosigkeit

In einem Unternehmen, in dem Agilität wirklich gelebt wird, kann nur einer im Mittelpunkt stehen – der Kunde! Egal ob wir auf agile Prinzipien (z.B. Kundenorientierung), agile Praktiken (z.B. User Story) oder Frameworks (OKR) schauen, den Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns zu stellen, ist Zentrum einer agilen Welt.

Dies fängt schon bei der Vision an. Eine wirksame Vision im Sinne einer gerechten Sache nach Simon Sinek (siehe Blogartikel: OKR und das unendliche Spiel) ist wie folgt definiert:

Eine gerechte Sache ist eine konkrete Vision einer Zukunft, die noch nicht eingetreten ist, aber so reizvoll, dass Menschen bereit sind, Opfer zu bringen, um sie umzusetzen.

Die Opfer, die wir bringen müssen, gefallen uns nicht immer, doch wir finden, dass es die gerechte Sache wert ist.

Kern einer Vision ist somit für eine noch nicht eingetretene Zukunft einzutreten, die das Leben unser Kunden bereichert (serviceorientiert ist) und für die wir bereit sind, Opfer zu bringen und dieses Opfer ist in erster Linie: Unser eigenes Ego hinten anstellen.

Unterschied zwischen egoistisch handeln und aus einem sich-selbst-bewusst-sein handeln

Ganz wichtig bei dieser Thematik ist, dass nicht jedes Handeln nach seinen eigenen Bedürfnissen sofort ein egoistisches Handeln ist. Wir unterscheiden an dieser Stelle zwischen einem Handeln aus „sich-selbst-bewusst-sein“ und „egoistischen Handeln“.

Handeln aus „sich-selbst-bewusst-sein“

Bin ich mir selbst bewusst, dann kenne ich meine eigenen Bedürfnisse. Ich weiß, was ich brauche, um in einem Team maximal wirksam einen wertvollen Platz einnehmen kann. Gleichzeitig kenne ich meine „Trigger-Punkte“ und weiß, welche Situationen ich vermeiden oder meiden sollte, weil sie mir Kraft ziehen und ich so keinen wertvollen Beitrag leisten kann. Kurz zusammengefasst: Ich weiß, was ich brauche, um mich perfekt einbringen zu können und richte mein Handeln danach aus.

Egoistisches Handeln

Handle ich egoistisch, so stelle ich meine eigenen Interessen über die meiner Teammitglieder und auch über die der Kunden. Ich agiere meist verbissen und hart, um meine individuellen Ziele zu erreichen und um erfolgreich zu sein. Meist sind diese Ziele gekoppelt an Macht, Status und materiellen Werten. Kurz zusammengefasst. Ich verfolge meine eigenen Ziele und diese zu erreichen, ist für mich das Wichtigste.

Leicht zu erkennen, die erste Form des Handelns hat das Potenzial, zum größten Treiber einer agilen Kultur zu werden, während die zweite Form wohl einer der größten Hindernisse ist.

Problematisch an der heutigen Zeit ist die Art, wie wir teilweise noch Geschichten von erfolgreichen Unternehmen erzählen. Wir schaffen Narrative eines Heldentums. Große Persönlichkeiten, die wie Kriegsführer ihre Unternehmen durch Schlachten geführt haben und fast im Alleingang ihr Unternehmen zum Erfolg geführt haben und dadurch fast schon Popstar Status erlangt haben.

Natürlich sind dies meist hochvisionäre Menschen, die wahnsinnig viel innovative Gedanken in Ihre Unternehmen gebracht haben. Das Problem ist das Bild, das hieraus entsteht. Und zwar, dass Erfolg durch Einzelleistung entsteht. Und dies ist in der heutigen komplexen Welt genau umgekehrt. Wir brauchen die Ideen und die Kreativität aller Mitarbeiter oder kurz – wir brauchen Emergenz.

Doch wie schaffen wir das? Und wie „eliminieren“ wir egoistisches Handeln?

Wir müssen Narrative der Gemeinschaft schaffen!

Mit der OKR Einführung schaffe ich letztlich eine narrative Struktur (über Vision, MOAL und OKR). Wenn wir jetzt darauf achten, dass wir unsere Narrative weg von einem Heldentum hin zu einer gemeinsamen Reise zur Vision, dann haben wir eine große Chance, dass Ego in Unternehmen zu eliminieren und Strukturen zu schaffen, die Selbstlosigkeit (und selbstachtsamkein zu gleich) fördern und den Kunden wirklich in den Mittelpunkt stellen.

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- Aleksandra Walter, die.agilen GmbH